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24.06.2020

Studie zur regionalwirtschaftlichen Bedeutung

Prognos-Studie zu den Potenzialen ehemaliger britischer Kasernen in der Hansestadt Herford – Konversion der Wentworth-, Hammersmith- & Harewood-Kasernen.


Die Wentworth- und Hammersmith-Kaserne auf dem Stiftberg
Die Wentworth- und Hammersmith-Kaserne auf dem Stiftberg

Hier finden Sie den Endbericht sowie ein Fact Sheet zum Download:


Der Abzug der britischen Streitkräfte aus der Hansestadt Herford führte Ende 2015 zur Rückgabe von drei innerstädtischen Kasernen mit einer Gesamtfläche von rund 28 Hektar, die nun neu entwickelt werden können.

Die kompletten 10 Hektar der Wentworth-Kaserne hat die Stadt in den letzten Jahren bereits abschnittsweise erworben. Hier entsteht der BildungsCampus mit der Hochschule für Finanzen NRW (HSF) als Anker, weitere Flächen stehen für Büroentwicklungen in den nächsten Jahren bereit. Auf der gegenüberliegenden Hammersmith-Kaserne wurde zunächst ein erster Abschnitt von 2 Hektar erworben, dort werden für die Studierenden der HSF drei Apartmenthäuser gebaut, die sogenannten Drei Geschwister. Die weitere Entwicklung der Hammersmith Kaserne auf den restlichen 8 Hektar wird in den nächsten Jahren mit dem Schwerpunkt Wohnen und Nahversorgung erfolgen. Die Harewood Kaserne wird zeitlich versetzt in die Konversion geführt mit dem absehbaren Entwicklungsziel, dort auf 8 Hektar Wohnen und Gewerbe anzusiedeln.

Es gilt, alle drei Standorte zu neuen, lebendigen Quartieren werden zu lassen und diese in die Stadt zu integrieren. Hierfür sind zunächst umfangreiche Investitionen erforderlich, die Gelände müssen schließlich nicht nur erworben, sondern auch z.T. saniert werden. Auch wenn man das ein oder andere Gebäude nachnutzen kann, muss es dennoch zunächst saniert und umgebaut werden. Es müssen Schadstoffe, Flächen und Gebäude geräumt und eine neue Infrastruktur errichtet werden, kurz: die Flächen bebaubar gemacht werden.

Aus städtischer Sicht ist es wichtig, die regionalwirtschaftlichen Potenziale der Entwicklungsflächen zu erkennen um darüber hinaus auch die Chancen beschreiben zu können, die für die Hansestadt nicht nur in neuen städtebaulichen Qualitäten, sondern auch in finanzieller Hinsicht entstehen.

Der öffentlichen Investition in Grundstücke, Straßen und Wege werden schließlich private Investition in Bürogebäude oder Wohngebäude folgen. Durch die Bautätigkeit kommt es zunächst zu konjunkturellen Effekten, Menschen werden auf dem Bau beschäftigt, Material eingekauft, Einkommen vor Ort wieder verausgabt – und all diese Vorgänge haben steuerliche Wirkungen. In den entstandenen Bürogebäuden und Geschäften gibt es wiederum Arbeitsplätze und betriebliche Umsätze, die wiederum zu einem Aufkommen an Gewerbe und Körperschaftssteuer, Einkommensteuer und Mehrwertsteuer führen. Und die hier verdienten Einkommen werden von den neuen Einwohnern wieder verausgabt, z.B. in den Geschäften und der Gastronomie vor Ort, und führen auch dort wieder zur Sicherung von Beschäftigung und Umsatz mit entsprechenden steuerlichen Einkommenseffekten für den städtischen Haushalt. So entsteht aus der anfänglichen Investition auf Umwegen eine Rendite für die Stadt, eine sogenannte Umwegrendite.

Im Auftrag der Hansestadt Herford hat die Prognos AG diese Potenziale eingeschätzt und die regionalwirtschaftlichen Effekte ermittelt, die von der Bebauung der Areale und den damit verbundenen öffentlichen und privaten Investitionen, den neuen Beschäftigten und Betrieben auf den Flächen sowie den neuen Bewohnern ausgehen.

Prognos hat in ihren Modellrechnungen gezeigt, dass die Stadt gut beraten ist, nicht nur die Konversion der Flächen zu betreiben, sondern hierbei auch auf Public-Private-Partnership Modelle zu setzen. Die ohnehin respektable fiskalische Umwegrendite aus der Ursprungsinvestition wird darüber nicht nur höher ausfallen, sondern auch früher einsetzen.

Prognos verweist auf die Bevölkerungs-, Beschäftigungs- und Wohnraumentwicklung der letzten Jahre und zeigt darüber, dass tatsächlich auch ein Bedarf für weiteren Wohn- und Arbeitsraum in der Stadt besteht, es also über die Stadtentwicklung auf den Kasernenarealen zu Wachstumseffekten und nicht nur zu Verlagerungseffekten kommen wird.  

Die Daten verdeutlichen nicht zuletzt die Bedeutung der Hansestadt Herford als Arbeitsmarktzentrum sowie als Wohnstandort. Dieter Wulfmeyer von der Wirtschaftsförderung der Hansestadt Herford weiß: „Für die Vermarktung von Wohnraum und Gewerbeflächen auf den Kasernenarealen sind dies nicht zuletzt gute Voraussetzungen!“

Bis zu 1.700 neue Einwohner, 4.600 Beschäftigte und nicht zuletzt bis 2040 bereits einen Rücklauf von 136 Mio. € für die öffentlichen Kassen sind das positive Ergebnis der Studie.

 „Prognos kommt zu dem klaren Ergebnis, dass die Entwicklungen auf den drei Konversionsarealen aus Sicht des städtischen Haushalts mittel- bis langfristig einen deutlichen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen.“, so Bürgermeister Tim Kähler.

Das grundsätzliche Ziel der Konversion sei jedoch nicht der kurzfristige Verkaufserfolg einzelner Flächen oder eine allein betriebswirtschaftliche Betrachtung von Herstellungskosten und Verkaufserlösen. „Es geht um eine strukturelle Entwicklung einzelner Quartiere sowie der gesamten Hansestadt Herford. Mit den großen, ehemaligen Kasernenarealen verfügen wir mitten in der Stadt über Flächen, beinah so groß wie vierzig Fußballfelder. Diese bieten ein einmaliges Potenzial, die Entwicklung der Stadt nachhaltig qualitativ zu prägen. Und umso besser ist es zu sehen, dass die Stadt dabei unterm Strich auch fiskalisch profitieren wird“, erläutert Bürgermeister Tim Kähler.

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