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20.02.2019

Wettbewerbsergebnisse Gestaltung Freianlagen

Wettbewerbsbeitrag, 2. Platz
Wettbewerbsbeitrag, 2. Platz

Ein weiterer Meilenstein zur Entwicklung des BildungsCampus Herford auf der ehemaligen Wentworth-Kaserne ist erreicht. Der Wettbewerb zur zukünftigen Gestaltung der Freianlagen wurde am Donnerstag, den 14. Februar 2019 mit der Sitzung des Preisgerichts abgeschlossen.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft Hansestadt Herford mbH (SEH) hat im vergangenen Sommer einen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Aufgerufen waren Landschaftsarchitekten aus ganz Europa Ideen auszuarbeiten, um die ehemalige Wentworth-Kaserne in einen attraktiven Campus umzugestalten.

Der Wettbewerb wurde auf 15 teilnehmende Büros begrenzt, vier davon wurden bereits im Vorfeld benannt. Um die verbliebenen 11 Plätze bewarben sich insgesamt 26 Büros aus Deutschland und Österreich. Die finalen Teilnehmer wurden per Losverfahren ausgwählt.

Am 18. Oktober 2018 erhielten die beteiligten Planungsbüros die Aufgabenbeschreibung und erforderlichen Planunterlagen. Am 5. November fand ein Einführungskolloquium statt mit anschließender Besichtigung des Plangebiets statt. Im Rahmen des Kolloquiums konnten die teilnehmenden Büros letzte Fragen zur Aufgabenstellung stellen, um anschließend die Entwürfe auszuarbeiten. Insgesamt zehn Wochen hatten die Büros Zeit, bevor sie die Arbeiten am 14. Januar 2019 einreichen mussten. Die Aufgabenstellung war komplex, da viele Faktoren in den Entwürfen berücksichtigt werden mussten.

Das Gelände soll gleichsam einen attraktiven Raum für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der angesiedelten Unternehmen und Bildungseinrichtungen, Kongressteilnehmer, Studierenden und die Herforderinnen und Herforder darstellen. Daher galt es Begegnungs-, Kommunikations- und Kreativräume mit Rückzugsmöglichkeiten zu gestalten, um den unterschiedlichen Nutzergruppen gerecht zu werden. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Herstellung einer CampusMitte, als zentrale Anlaufstelle im Außenraum. Neben den verschiedenen Aufenthaltsräumen musste zudem eine Lösung für die zahlreichen notwenigen Parkplätze gefunden werden.

Einen weiteren wichtigen Aspekt bildeten zudem Lösungsvorschläge zur Herstellung der Barrierefreiheit des Außengeländes und der Gebäudezugänge.
Das derzeit leicht solitär stehende ehemalige Offizierskasino sollte durch eine entsprechende Gestaltung näher an das restliche Gelände herangerückt und die Barriere der Liststraße reduziert werden.

Insgesamt 9 Arbeiten wurden eingereicht, die am 14. Februar vom Preisgericht, bestehend aus Landschaftsarchitekten, Vertretern der SEH, Verwaltung, Politik, Bundesamt für Bau-, Stadt- und Raumforschung und der Bundesanstalt für Immoblienaufgaben, bewertet wurden.

Aufgrund der Komplexität der Aufgabe überrascht es nicht, dass die Jury unter den eingereichten Arbeiten keinen eindeutigen Sieger ausmachen konnte, sodass nach intensiven Beratungen zwei 2. Preise und ein 3. Preis vergeben wurden. Die beiden 2. Preise haben gemäß der Jury jeweils eine schlüssige Entwurfsidee entwickelt, die in den Details noch nicht ausreichend ausgearbeitet sind.

2. Preis
Hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin

Wettbewerbsbeitrag_2.Preis_hutterreimann_Berlin_Bild_2
Wettbewerbsbeitrag_2.Preis_hutterreimann_Berlin_Bild_2


Die Entwurfsidee basiert auf einer grünen Fuge in Verbindung mit dem rückgratbildenden Boulevard und einer steinernen Campusmitte. Die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Raumcharaktere sollen die verschiedenen Nutzergruppen und die damit verbundenen Ansprüchen aufnehmen.

2. Preis
Häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur gmbh, Berlin

Wettbewerbsbeitrag, 2. Platz
Wettbewerbsbeitrag, 2. Platz


Der Entwurf orientiert sich an dem urban gestalteten Mary-Somerville-Boulevard und bildet damit das Rückgrat des Geländes. Entlang des Boulevards werden Plätze unterschiedlicher Nutzung angegliedert.

3. Preis
GREENBOX Landschaftsarchitekten Hubertus Schäfer + Markus Pieper PartG mbB, Köln

Wettbewerbsbeitrag_3.Preis_GREENBOX_Koeln_Bild_2
Wettbewerbsbeitrag_3.Preis_GREENBOX_Koeln_Bild_2


Die Entwurfsidee basiert auf dem ausgestalteten Mary-Somerville-Boulevard, der von einem Quartiersgarten gekreuzt wird.

Die drei Preisträger werden im Folgenden zu weiteren Überarbeitungen der Entwürfe und Verhandlungen aufgefordert, um den Planungsauftrag zur Umgestaltung der Freianlagen vergeben und die bauliche Umsetzung vorbereiten zu können.

Das Wettbewerbsverfahren und die bauliche Umsetzung wird durch das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus gefördert. Aus diesem Grund müssen die Umbauarbeiten auch bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Die SEH wurde während des gesamten Verfahrens durch das Dortmunder Büro post welters + partner, Architekten und Stadtplaner BDA/SRL unterstützt.

Interessierte können sich in den kommenden zwei Wochen die Wettbwerbsbeiträge im Foyer des Kongresszentrums des BildungsCampus Herford, Mary-Somerville-Boulevard 4 ansehen.
Die Ausstellung ist geöffnet vom 18.02.2019 bis zum 01.03.2019, montags bis donnerstags jeweils von 9.00 bis 15.30 Uhr und freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr.

Die Wettbewerbsbeiträge werden anschließend zum Tag der Architektur am 29./30.06.2019 im Forum des Marta Herford ausgestellt.

Hintergrund
Auf dem Herforder Stiftberg befinden sich seit den 1930er Jahren zwei gegenüberliegende Kasernen mit einer Fläche von je rund 10 ha. Seit Mai 1945 wurden die beiden Kasernen durch die britische Armee genutzt und in Wentworth- und Hammermsmith-Kaserne umbenannt. Nach rund 60 Jahren der guten Nachbarschaft gab die britische Armee 2010 den Abzug aus Herford bekannt.
Die Stadtverwaltung stand mit der Bekanntgabe vor der Herausforderung neue Nutzungen für die Kasernenstandorte zu finden. Neben den genannten Kasernen gibt es einen weiteren Standort im Herforder Norden, zudem zahlreiche Wohnhäuser, die durch die Briten genutzt wurden. Insgesamt ca. 42 ha Flächen.

Die ehemals unzugänglichen Gelände sollten gemeinsam mit den Herforderinnen und Herforder eine neue Nutzung erhalten. Aus diesem Grund wurde 2014 ein Bürgerdialog durchgeführt. Gemeinsam mit dem Büro Faltin + Sattler aus Düsseldorf wurden während mehrere Veranstaltungen neue Konzepte für die Kasernenstandorte entwickelt.
Dabei entstand für die 2005 unter Denkmalschutz gestellte Wentworth-Kaserne die Idee einen Bildungscampus zu entwickeln. Die gegenüberliegende Hammersmith-Kaserne soll als Ergänzung zu einem Wohnquartier entwickelt werden.
Im darauffolgenden Jahr wurde in einem vertiefenden Zielfindungsprozess gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur die Idee des Bildungscampus geschäft und die folgenden sechs Handlungsfelder definiert

1. Studium, Lehre, Forschung
2. Gesundheitswirtschaft, Pflegeberufe
3. Qualifizierung, Fachkräftesicherung, Transfer
4. Innovation „Made in OWL“: Idee, Design, Produkt
5. Laborzentrum für Schulen und Familien
6. Experimentierort.

Auf Grundlage der Handlungfelder sollte nach dem endgültigen Abzug der Briten die Entwicklung des Bildungscampus erfolgen.
Ende 2015 zogen die Briten endgültig aus Herford ab und übergaben die Kasernenflächen zurück an die Bundesrepublik Deutschland. Nun hatte die Hansestadt Herford die Möglichkeit auf die Flächen zuzugreifen und die Entwicklung des BildungsCampus Herford voranzutreiben. Ca. 2/5 der Fläche Wentworth-Kaserne sind bereits im Eigentum der Stadt Herford.

Zur Unterstützung der Entwicklung wurde Anfang 2016 ein Antrag auf Aufnahme in das Bundesförderprogramm Nationale Projekte des Städtebaus gestellt und am 30.November 2016 durch Übergabe der Förderurkunde aufgenommen.

Seit September 2017 hat die Fachhochschule für Finanzen NRW eine Dependance auf dem BildungsCampus Herford mit inzwischen rund 500 Studierenden. Gleichzeitig wurde das Kongresszentrum in Betrieb genommen.Das ehemalige Offizierskasino wurde saniert und zur Mensa umgenutzt. Direkt angrenzend wird das künftige Start up Center seinen Standort haben. Für die
Entwicklung der restlichen Flächen des BildungsCampus Herford stellt die Stadt Herford soeben einen Bebauungsplan auf.

Pressekontakt:
Norbert Landshut
Geschäftsführer
Stadtentwicklungsgesellschaft Hansestadt Herford mbH
Mary-Somerville-Boulevard 4, 32049 Herford Fon: +49 (0) 5221 189 8610
Mobil: +49 (0) 151 163 164 00
norbert.landshut@seh-herford.de

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